Bündnis Remagen für Frieden + Demokratie gegründet
Vorbereitungen für großes Friedensfest laufen auf Hochtouren
Bei einer Pressekonferenz am 11. März im katholischen Pfarrheim in Remagen stellten Gründungsmitglieder des neuen Bündnisses Remagen für Frieden und Demokratie ihre Initiative vor.
Dechant Dr. Johannes Meyer erinnerte an das Engagement der beiden Kirchen im Initiativkreis Synagoge, dem sich bald politisch motivierte Bürgerinnen und Bürger anschlossen. Einige Jahre später formierte sich in ähnlicher Zusammensetzung der Arbeitskreis Stolpersteine, der bewirkte, dass vor den Häusern ehemaliger jüdischer Mitbürger Stolpersteine verlegt wurden. Viele Mitglieder des Arbeitskreises waren über den geplanten Aufmarsch der Neonazis im November vergangenen Jahres in Remagen empört. Spontan fand sich eine Mahnwache zusammen, die gegen die Vereinnahmung der Remagener Gedenkstätten durch Neonazis demonstrierte. Kurz darauf entstand die Idee, ein Bündnis zu gründen und ein Friedensfest zu organisieren, um weiteren Aktivitäten von rechts zuvorzukommen. Das Bündnis wird getragen von der evangelischen und katholischen Kirchengemeinde, dem Asta der Fachhochschule, der Grundschule Sankt Martin, dem Verein Kinderhof, dem Eine-Welt-Fairein Remagen e.V., Politikerinnen und Politikern und Bürgerinnen und Bürgern.
v.l.n.r.: Dechant Dr. Johannes Meyer, Pfarrerin Lisa Reuter,Rita Kupfer, Agnes Menacher, Peter Schlaffer, Karin Keelan, Stephanie Lindlahr (Asta)
Am 8. Mai 2010 wollen die Mitglieder des Bündnisses mit einem Friedensfest an das Ende des 2. Weltkrieges vor 65 Jahren erinnern. 1945 ahnte niemand, dass den Schrecken des Krieges und der Diktatur 65 Jahre Frieden und Demokratie folgen würden. Bei der Veranstaltung am 8.Mai soll an die Opfer von Krieg und Naziterror erinnert werden. Gleichzeitig soll daran erinnert werden, dass der Friede nur durch Demokratie, Völkerverständigung und Toleranz erhalten werden kann.
Das Programm der Auftaktveranstaltungen und des Friedensfestes am 8. Mai erläuterte Agnes Menacher.
Bürgermeister i. R. Hans Peter Kürten wird am 14. April in der Fachhochschule über die letzten Kriegstage in der Goldenen Meile referieren. Weitere Veranstaltungen, die ebenfalls vom Asta der Fachhochschule organisiert werden, sind am 21. April (Die neuen Rechten) und am 28. April (Filmvorführung). Auch die Grundschule Sankt Martin engagiert sich im Bündnis. Der Klassenstufe 4 wird am 21. April die Schriftstellerin Irena Wachendorff Einblick in das Schicksal jüdischer Familien im 3. Reich geben.
„Das Wunder von Remagen 1945“ ist der Titel einer ganztägigen Veranstaltung mit Vortrag und Busfahrt zu historischen Plätzen rund um Remagen am Samstag, 24. April, mit dem Heimatforscher Wolfgang Gückelhorn. Anmeldungen sind ab sofort unter Tel. 02642/3406 möglich.
Das Friedensfest am Samstag, 8. Mai 2010, beginnt mit einem ökumenischen Gottesdienst an der Kapelle „Schwarze Madonna“. In der Rheinhalle betreut das Team des Kinderhofes die kleineren Gäste, während die größeren sich einer Buchausstellung der Evangelischen Öffentlichen Bücherei Remagen widmen können. Der Asta der Fachhochschule organisiert Friedensläufe durch die Stadt, das Friedensmuseum lädt zur kostenlosen Führung ein. Mit kulinarischen Spezialitäten und Tanzdarbietungen nehmen ausländische Mitbürger und Mitbürgerinnen am Fest teil, während der Arbeitskreis Stolpersteine am Römerplatz an das Schicksal der jüdischen Bewohner Remagens erinnert.
Ein Höhepunkt ist das Friedenskonzert im Foyer der Rheinhalle um 16 Uhr. Der bekannte Bariton Ulrich Schütte hat seine Teilnahme zugesagt. Es spielen das Bläserquintett und Solisten des Landesmusikgymnasiums Rheinland-Pfalz aus Montabaur.
Der Asta der Fachhochschule Remagen lässt den Tag mit einer abendlichen Fête in der Rheinhalle ausklingen, zu der die Bevölkerung herzlich eingeladen ist.
Ausführliche Informationen werden in Kürze auf einer eigenen Homepage unter www.buendnis-remagen.de zu finden sein. Dort gibt es auch die Möglichkeit, dem Bündnis beizutreten.
Der Erlös des Friedensfestes wird gespendet.

