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Stolpersteine
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„Gedenken und nicht vergessen, Stolpersteine mahnen und erinnern” Broschüre, Autor: Rudolf Menacher
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„Ein Mensch ist vergessen, wenn sein Name vergessen ist“. Mit diesen Worten kämpft der Kölner Künstler Gunter Demnig auf seine Art gegen das Ignorieren der Schicksale von sechs Millionen jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern in Deutschland, die Opfer des Nazi-Terrors geworden sind. Auschwitz ist der Inbegriff des Holocausts, der auch Sinti und Roma, Homosexuelle und Behinderte zum Opfer fielen. Am 27. Januar 1945 wurden 6.000 Juden, die in Auschwitz noch dahinvegetierend überlebten, von den Alliierten befreit. Wohl kein anderes Ereignis in der Geschichte sperrt sich so radikal gegen den Versuch einer sinnvollen Deutung, wie der Hass und der Versuch der Vernichtung eines ganzen Volkes, wie das, was die Nazis den Juden angetan haben. Jeglicher Versuch der Deutung scheint auf eine nachträgliche Beleidigung der Millionen Opfer hinauszulaufen. Das Ausmaß der Untaten wird mit guten Gründen immer wieder als beispiellos, als einzigartig im negativsten Sinne bezeichnet, trotz aller Massenmorde, an denen die Historie und die Gegenwart der Menschen reich ist.
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Gunter Demnig beim Verlegen von Stolpersteinen
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Doch die fabrikmäßige Vernichtung einer Jahrtausende alten Religionsgemeinschaft, einschließlich Säuglingen, Alten, im Krieg für das sogenannte Vaterland Ausgezeichneten oder gesellschaftlich herausragenden Persönlichkeiten lässt Erklärungsversuche fast immer als das dastehen, was sie sind: Versuche einer Erklärung. Der Künstler Gunter Demnig hat gehandelt: In mehr als 800 Städten der Welt hat er seine „Stolpersteine“ verlegt. Überall dort, wo einst jüdisches Leben ein Bestandteil des gesellschaftlichen Miteinanders war, ist seine Idee zu finden. Knapp 17.000 Steine erinnern heute weltweit an Menschen, die sich einst an ihrem Heimatort geborgen gefühlt haben. Auch in Remagen sollen Steine mahnen und erinnern.
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„Hier wohnte Inge Fassbender Jg 1928 deportiert 1942 Krasniczyn / ermordet”
So steht es in dürren Worten auf einem Stolperstein in Remagen. Inge Fassbender lebte in der Marktstraße 60 in Remagen. Sie wurde nach Krasniczyn deportiert und kam nicht zurück. Doch jeder, der an der Nummer 60 vorbeikommt, kann den kleinen Gedenkstein für Inge Fassbender sehen. Und die Menschen bücken sich, schauen nach, was dort in das Pflaster eingelassen ist. Sie demonstrieren durch ihre Körperhaltung eine Verbeugung vor den Opfern. Die Idee zu dem Projekt kam Demnig 1993. Er war auf einer Kunstauktion und erinnerte an die Deportation der Roma und Sinti. Eine alte Frau sprach ihn an und behauptete: „In unserem Viertel hat es nie Zigeuner gegeben.“ Da wurde dem Künstler bewusst, dass wohl die wenigsten Menschen wissen, was sich in der Vergangenheit im eigenen Umfeld ereignet hat. Und mitten im Alltag soll nach seiner Meinung Erinnerung wach werden. Und die wird es. Vor allem junge Menschen, betont der Künstler immer wieder, stehen seiner Idee vorbehaltlos und verbeugend gegenüber. Denn vor allem junge Menschen sind neugierig und wissbegierig. Die Initiative „Stolpersteine in Remagen“ unterstützen: der ökumenische Arbeitskreis, die katholische Kirchengemeinde Remagen und Kripp, die evangelische Kirchengemeinde, der Stadtrat und der Ortsbeirat, Bürgermeister und Ortsvorsteher, die Kulturwerkstatt Remagen und zahlreiche Bürgerinnen und Bürger.
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