Die größte Entfaltung der jüdischen Gemeinde Remagen fällt mit dem Bau der Synagoge 1865 -1869 zusammen.
Die festliche Einweihung der Remagener Synagoge am 20. August 1869 geschah unter großer Anteilnahme der christlichen Bevölkerung. Mehrere Tage dauerten die Feiern mit Festreden, Festumzug, geschmückten Häusern und Bällen.
Die Synagoge blieb der geistliche Mittelpunkt für die jüdischen Familien in Remagen und Umgebung bis in die 1930er Jahre.
Der Rückgang der Gemeinde hatte Folgen für den Gottesdienst in der Synagoge.
So mussten in den 1930er Jahren am Sabbat Juden von Sinzig nach Remagen in die Synagoge gehen, weil dort die für einen vollwertigen Gottesdienst vorgeschriebene Zahl von 10 religionsmündigen Männern (Minjan) nicht mehr zustande kam. Aus Oberwinter konnte keine Verstärkung kommen, denn dort gab es bereits 1925 keine jüdischen Einwohner mehr.
Am 10. November 1938 wurde die Synagoge von SS-Männern aus Bad Neuenahr und Ahrweiler verwüstet und in Brand gesetzt. Nur ein Betschemel und der Stern auf dem Dach sind noch erhalten. Am 9. Mai 1939 verkaufte die jüdische Gemeinde den Besitz für 2.500 Reichsmark an die Postdirektion Koblenz. Nachdem die Synagoge und die daneben stehenden Brandruinen abgerissen worden waren, wurde 1964 dort ein Parkplatz angelegt, 1989 eine Gedenktafel an der Alten Post befestigt.
Seit 2003 erinnert das Synagogenmahnmal am Römerplatz an die Verfolgung und Vernichtung der jüdischen Gemeinde Remagen und ihrer Synagoge. Stolpersteine in der Stadt gedenken heute der in den Vernichtungslagern ermordeten Mitbürger.
Synagoge 1905

