Konzert (Programm) [89 KB]
Beeindruckendes Konzert für Frieden und Demokratie
Im Rahmen des Friedensfestes am 8. Mai, zu dem das Bündnis „Remagen für Frieden und Demokratie“ eingeladen hatte, fand ein Konzert in der Rheinhalle statt.
Schüler der Bläserklasse des Landesmusikgymnasiums Rheinland-Pfalz überzeugten mit erstaunlich reifen Darbietungen. Das Bläserquintett „Quintessenz“ eröffnete das Konzert mit einem Werk des Frühklassikers G.M.G. Cambini. Theresa Menacher bewies einfühlsames und rhythmisch versiertes Altblockflötenspiel in einer Suite des 1984 verstorbenen Komponisten Gordon Jakob. Cathrin Mauer folgte mit der Oboe und stellte ein Solowerk für dieses Instrument von G. Ph. Telemann vor.
Mit großem Interesse lauschte man dem Remagener Bassbariton Ulrich Schütte, den man für dieses Konzert hatte gewinnen können. Am Klavier begleitet von Christoph Schürmann, sang er den Monat „Oktober“ vor, eines der Liedvertonungen von Erich Kästners „13 Monate“ durch den Komponisten Edmund Nick, die man auf der gleichnamigen CD finden kann, die Schütte als Ersteinspielung kürzlich aufgenommen hat.
Zupackend geriet sein Vortrag von Tucholskys „Der Graben“ mit der kämpferischen Musik von Hanns Eisler.
Wie virtuos ein Horn erklingen kann, zeigte Jannik Neß in R. Schumanns „Adagio und Allegro“ für Horn und Klavier, souverän begleitet von Felix Luxem.
Eine Zäsur im musikalischen Ablauf des Konzertes stellte die Lesung der Lyrikerin Irena Wachendorff dar. Ihrem Auftaktaphorismus „Gott erschuf den Menschen nach seinem Bilde. Nach unserem formten wir uns dann den Feind“ liess Wachendorff in einem engagierte Vortrag sehr bewegende, zum Nachdenken auffordernde Gedichte folgen.
Anschließend überzeugte Theresa Menacher am Fagott, begleitet von Manfred Knoll, mit Werken des romantischen Komponisten L. Milde.
Einen Kontrapunkt dazu bildete die Aufführung einer Komposition des 2006 verstorbenen Komponisten Tilo Medek, der in Oberwinter lebte. In der Vertonung des Gedichtes „An die Lerche“ von Günter Eich erklangen zu Ulrich Schüttes warmem Bariton das Bläserquintett, Klavier und eine kleine Trommel, gespielt von Milan Dahle, in einem faszinierenden Abgesang auf alles Militaristische.
Der Rahmen wurde zum Abschluss durch ein weiteres Stück für Bläserquintett von G.M.G. Cambini stimmig gesetzt.
Die zahlreichen Zuhörer dankten mit langanhaltenden Applaus für dieses besondere Konzert den Künstlern, die ausnahmslos ohne Gage für das Friedensfest aufgetreten waren.
(Text: I. Wachendorff)
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Erstes Konzert des Bläserquintettes „Quintessenz"
Schüler musizierten für den Frieden
Fünf junge Künstler leisteten am 8. Mai 2010 im Rahmen des Remagener Friedensfestes ihren Beitrag zum Frieden. 65 Jahre nach Ende des zweiten Weltkrieges setzten die Schülerinnen und Schüler aus der elften Jahrgangsstufe des Landesmusikgymnasiums Rheinland-Pfalz an diesem historischen Ort ein Zeichen der Erinnerung. Als Holzbläserquintett „Quintessenz“ gestalteten Charlotte Boucsein (Klarinette), Cathrin Mauer (Oboe), Theresa Menacher (Fagott), Jannik Neß (Horn) und Ronja Schößler (Flöte) ihr erstes Konzert. Unter der Leitung von Kazimierz Dawidek zeigten sie mit dem Bläserquintett Nr. 2 in d-moll von G.M.B Cambini und dem Stück „An die Lerche“ des zeitgenössischen Komponisten Tilo Medek ihr breit gefächertes Können. Das hohe musikalische Niveau zeigte sich in der sauberer Intonation und der stilsicheren Interpretation der musikalisch sehr unterschiedlichen Stücke. Von Manfred Knoll und Felix Luxem am Klavier begleitet, präsentierten Theresa Menacher (Altflöte und Fagott) und Jannik Neß (Horn) Werke von Gordon Jacob, Robert Schuhmann und Ludwig Milde. Die Jungstudentin Cathrin Mauer (Oboe) überzeugte mit der Phantasie für Oboe Solo von Georg Philip Telemann.
Besinnung statt Verdrängung
Der Bariton Ulrich Schütte und Christoph Schürmann am Klavier leiteten mit Liedern nach Texten von Erich Kästner und Kurt Tucholsky zum zweiten Teil des Konzertes über: die Lesung der Dichterin Irena Wachendorff. Ihre sozial-kritischen und Aphorismen und Gedichte nahmen die Friedensgedanken der Feierstunde auf und schufen geistige Tiefe. Beeindruckend und manchmal satirisch erfüllten ihre Worte den Saal der Rheinhalle: „Es paarte sich eine Lüge mit einer anderen. Ihr Kind hieß: subjektive Wahrheit. Dieses empfing ein Kind von einer anderen subjektiven Wahrheit. Jetzt wickeln sie gemeinsam die objektive Lüge.“
„Jeder beginne bei sich selbst“
Die warmen Klänge der Holzblasinstrumente, die zum Nachdenken anregenden Worte der Lyrikerin und die sonore Baritonstimme sorgten für zwei besinnliche Stunden. Alle Künstler verzichteten auf ihre Gage und setzten damit die Tafelinschriften des Remagener Brückenmuseums in die Tat um: „Lasst uns jeden Tag mit Herz und Verstand für den Frieden arbeiten. Beginne jeder bei sich selbst.“
Remagen – ein historischer Ort
Veranstaltet wurde das Konzert vom Bündnis Remagen für Frieden und Demokratie. Dieses Bündnis setzt sich für eine friedliche Völkerverständigung und das Miteinander von Religionen und Kulturen ein. Es versucht einen Gegenpol zu rechtsradikalen Veranstaltungen in der Umgebung von Remagen zu bilden und bemüht sich, die militärgeschichtliche Vergangenheit der Stadt aufzuarbeiten. Amerikanische Soldaten hatten am 7. März 1945 die Ludendorff-Rheinbrücke bei Remagen eingenommen, und damit das Ende des zweiten Weltkrieges vorangetrieben. Dem weiteren Einmarsch der Siegermächte nach Berlin stand nichts mehr im Wege. Nach verzweifelten Versuchen von deutscher Seite aus, die Brücke zum Einsturz zu bringen, brach sie am 17. März1945 schwer beschädigt zusammen und begrub 28 US-Soldaten unter sich.
(Text: Mayer-Boucsein)












